Bauen

Der Acker: Schon immer da und plötzlich doch ganz neu

Hello again! Das ist also der erste Beitrag nach dem endgültigen Umzug auf meine Domain. Schön, dass ihr hier seid. Nach und nach möchte ich noch die alten Geschichten, Fotos und Rezepte einspeisen, hier und da das Design ein bisschen pudern und was man halt so vorhat, wenn sich Dinge ändern. Ein reiner Foodblog kann es nicht bleiben, dafür habe ich in den letzten Jahren viel zu oft Pizza bestellt und mich dabei heimlich in Pferdehaltung und Gartenplanung eingelesen, weil nämlich: Ich ziehe aufs Land! Hahahahaha!
Ne, echt jetzt.

Pferd auf dem Baugrundstück

„In dieses Kuhkaff kriegen mich keine zehn Pferde!!!“ bekam meine Mutter über sehr viele Jahre hinweg konsequent zu hören, wenn sie mir sagte „naja, wir haben ja noch den Acker, falls Du mal aufs Land ziehen möchtest“. „Der Acker“ ist ein fast tausend Quadratmeter großes Grundstück inmitten eines kleinen Dörfchens mit etwa fünfhundert guten Seelen. Oft grasen dort vierbeinige Rasenmäher (oder schlafen, siehe oben). Gegenüber steht das wunderschöne Elternhaus meiner Mutter, in dem immer noch ein großer Teil meiner engsten Familie wohnt. Das Dorf liegt direkt am Main, mit Bestblick auf die Burg Freudenberg, umgeben von Wiesen und Feldern, umringt von den südlichen Ausläufern des Spessarts und dem Odenwald in direkter Nachbarschaft.
Ich weiß gar nicht mehr, wann genau es uns wie Schuppen von den Augen fiel, und wir uns entschieden, den alten Acker mit einem kleinen Häuschen zu bebauen. Ich weiß aber sehr sicher, dass ich an dieser Entscheidung seitdem nicht mehr gezweifelt habe.

Diejenigen unter euch, die diesen Blog schon länger lesen, erinnern sich vielleicht noch an die Geschichten über meine liebe Omi, die ich immer so gerne auf dem Land besucht habe. Die keinen Alkohol trinkt und deswegen extra viel Eierlikör in der Torte haben wollte, die unerschrockenes Mitglied der Eier-Connection war, die ein wunderschönes Apfelgrundstück am Waldrand besaß, die entzückende Tischchen auf dem Dachboden stehen hatte. Und die uns als unser Familienoberhaupt brilliant durch sämtliche Höhen und Tiefen geführt hat. Leider ist sie schon 2015 verstorben. Exakt auf den Tag genau neun Monate später wurde meine Tochter geboren, und es gibt bis auf eine Ausnahme nichts, das ich mehr bedauere, als die Tatsache, dass ich die beiden nicht mehr miteinander bekannt machen durfte.

Dass wir aber schon nächstes Jahr dort leben werden, wo ich immer am meisten zur Ruhe gekommen bin und alles irgendwie ein bisschen schöner war als im Alltag in der Stadt, macht mich unglaublich glücklich. Weil ich große Teile meiner Kindheit in diesem Dorf verbracht habe, ist es für mich ohnehin ein Stück Heimat. Unbeschwerte Sommer bei der Familie, Herumstrolchen durch Wiesen und Felder, stundenlange Ausritte, der Duft von sonntäglichen Braten und frischem Heu – es fühlt sich so schön nach Nachhausekommen an. Und apropos Kuhkaff: Faktisch gibt es dort mehr als doppelt so viele Pferde wie Kühe – und ihr wisst ja, einmal Pferdemädchen, immer Pferdemädchen, gell!

So, vor lauter Schöneheiledorfwelttrallala darf man aber natürlich eins nicht vergessen: Bevor so eine Bude steht, gibt´s einiges zu tun. Und das haben wir als Laien doch hübsch unterschätzt.
Weil wir also gerade mitten in der Planungsphase für den Hausbau stecken und nebenbei selbst so viele Baublogs, Gartenblogs und so einiges rund ums Landleben lesen (was uns sehr hilft!) möchte ich hier auch über unsere Gedanken und Erfahrungen diesbezüglich berichten. Ach, irgendwie möchte ich mich in Zukunft eigentlich überhaupt nicht mehr festlegen, über was ich schreibe. Ich freue mich jedenfalls, wenn ihr ab und zu reinschaut.

15 Comments

  • Micha

    Ich freue mich sehr – für euch mit,
    auf Bau-, Hof-, Bastel-, Garten-, Pferde- und Einrichtungsgeschichten, diesen Neubeginn und in Zukunft hier oft zu Besuch zu sein. Du bist in meinen Gedanken und so auch wieder unter Beobachtung 🙂

  • Sandra

    Super, dass du wieder da bist. Ich habe immer mal wieder auf deine alte Seite geschaut und gehofft….Ich mag natürlich deine Rezepte, lese aber auch gerne mit, wenn du über Garten, Acker, Land etc. schreibst. Ich habe den umgekehrten Weg gemacht, vom Landei in die Stadt. Ich mag beides sehr gerne…Liebe Grüße! Sandra

  • Maja

    Ach Christina, ist das schön, dich wieder zu lesen!
    Das möchte ich unbedingt mitverfolgen. Ist ja für Pferdemädchen immer irgendwie so eine Art Kindheitstraum 😉 Pferdemädchen forever!

    Liebe Grüße
    Maja

  • Ramona

    Ich freu mich riesig. Deiner war der allererste Blog auf den ich aufmerksam wurde und fand ihn immer super. Da ich selbst ein Odenwaldmädchen bin, freue ich mich schon sehr auf Geschichten aus dem Dorf- bzw Landleben und auf weitere tolle Rezepte. Viel Spaß mit der neuen Seite und ein schönes Wochenende

  • Peggy

    Liebe Christina,
    wow, tolle Entscheidung! Ich konnte mir in jüngeren Jahren auch nie vorstellen, meine Wahlheimat Berlin für ruhigere Gefilde zu verlassen. Mittlerweile ist es ein geheimer Traum. Leider haben wir keinen Acker, zu dem wir umsiedeln könnten. Vllt. klappts irgendwann auch ohne. 🙂 Bin gespannt, wie sich alles für euch entwickelt und lese gern wieder mit…

  • Christina

    @Betti: Ich freu mich auch – und darf dann hoffentlich auch irgendwann offiziell den Titel Landei tragen. 🙂 Möchtest Du irgendwann zurück aufs Land?

    @Lisa: Und ich erst! Hab unsere Kleine auch schon ganz verrückt gemacht mit meiner „Springreiterin-Cousine“! 😀

    @Micha: Ich hatte schon ein ganz schlechtes Gewissen, dass ich nach Deiner schönen Plätzchen-Action so schnell wieder vom Blog-Pony geflogen bin – jetzt bleibe ich hoffentlich oben. Hab auch ganz oft an Dich gedacht.

    @Charlotte: Wie lieb, das freut mich! Ich habe übrigens alle Deine Nähprojekte gestalkt, die orange-rote Bluse beim Thai-Möhrensalat wird ohne Witz mein erstes Stück für mich selbst, bisher habe ich nämlich nur Kinderzeugs genäht (und das auch eher so „siehtabernichtsoauswieeseigentlichsoll-mäßig“ ;-)).

    @Kasumbi: Oh wie schön dass Du auch wieder hier bist!

    @Sandra: Ich freu mich, dass Du wieder mitliest! Stadt und Land, beides hat halt seine Vorteile, gell … ich glaube dass ich mit Darmstadt – auch wenn es wunderschöne Ecken hat und ich hier liebe Leute kennengelernt habe – nie so 100% warm geworden bin. Was die Stadt betrifft war einfach Freiburg meine Heimat und wegen der Family eben auch das Land. Aber Freiburg liebe ich immer noch und hätte mir auch vorstellen können, dort zu leben. Jetzt schnorre ich mich eben ab und zu für Kurzurlaube bei meinen Mädels dort ein. 😀

    @Maja: Mensch Maja, ist irgendwie echt lange her!! Ich freu mich, dass wir uns jetzt wieder öfter lesen.

    @Ramona: Dankeschön, das wünsche ich Dir auch – from one Odenwald-Girl to another!

    @Arne: Hey, danke! Schön dass Du mitliest.

    @Peggy: Ich bekomme grad ein bisschen Gänsehaut, weil es Dich seit ich kochmäßig im Netz unterwegs bin schon immer gegeben hat und es mich total freut, dass Du hier schreibst. Ist schon eine lange Zeit gell? Wie schön! 🙂
    Hätten wir den Acker nicht, wäre das Bauen in diesem Dorf wohl auch ein Traum geblieben. Da hatten wir großes Glück, dass in den Familien dort vor 40 Jahren die Muttis immer für jedes Kind irgend eine Wiese im selben Dorf gekauft haben. Ich drück euch fest die Daumen, dass ihr irgendwann was Schönes findet!

  • Ingrid

    Hallo Christina, ich habe dich in den letzten Jahren begleitet und war traurig, dass du eine Zeit lang nichts mehr gepostet hat, aber wie es eben ist, das Leben holt uns dann ein, Familie und ein Umbruch, dass habe ich auch erlebt, wie so viele andere sicher auch. Dann hat sich ja einiges bei dir verändert, ein Umzug, Heimat, Erinnerungen, freut mich sehr für dich und deine Familie. Sicher gibt es dort viel zu entdecken. Ich komme vom Land, aus einem Dorf im Kraichgau und immer wieder wenn ich dorthin zurückfahre, sehe ich es mit anderen Augen, bin einfach bewusster und weiß zu schätzen, wie schön die Zeit als Kind dort war. Meine Tochter ist in der Stadt groß geworden und erkennt erst jetzt, was dass bedeutet. Viele deiner Rezepte haben mich in den letzten Jahren begleitet und ich freute mich zu sehen, dass es weiter geht, dass du mit der Zeit gehst, einen neuen Blog, moderner und wieder mit deiner erfrischenden Art, Ehrlichkeit und Rezepten aus dem puren Leben, dafür ein großer Dank.
    Liebe Grüße Ingrid

    • Christina

      Liebe Ingrid,
      vielen Dank für Deinen lieben Kommentar, ich freue mich sehr darüber und dass Du wieder mitliest. Ja, es ist wie Du sagst, das Leben holt uns manchmal ein und man lässt sich von den Gegebenheiten tragen.
      Im Kraichgau ist es ja auch herrlich! Hast Du noch Familie da? Dieses ab und zu Zurückkommenkönnen ist doch immer schön.
      Viele schöne Grüße

      • Ingrid

        dort lebt nur noch mein Bruder im Elternhaus. Meine Eltern starben im letzten Jahr. Doch ich fahre ab und an noch zurück und zeige meiner Tochter die Gegend, Maulbronn, Heilbronn, Sinsheim, schöne Ecken, schöne Entdeckungen, die ich heute bewusster wahrnehme. Ich bin dankbar als „Landei“ geboren worden zu sein und unbekümmert aufzuwachsen, welche Kinder kennen und können das heute noch, in der Stadt nahezu unmöglich, daher fahre ich im Urlaub auch gerne nach Bayern, besonders an den Chiemsee oder auch in den Schwarzwald, dass ist dann Heimat für mich. LG Ingrid

        • Christina

          Liebe Ingrid, es tut mir Leid, dass Deine Eltern verstorben sind. Schön aber, dass ihr dennoch ab und zu zurückfahrt, Wurzeln sind halt Wurzeln, gell?
          Ganz liebe Grüße

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