Ungarische Pfannkuchen mit Hackfleischfüllung
Rezepte

Ungarische Pfannkuchen mit Hackfleischfüllung: Hortobágy húsos palacsinta

So sehr wir uns auf das neue Haus freuen, einige unserer jetzigen Hausmitbewohner und Nachbarn werden wir vermissen. Zwei ganz besonders. Nachdem wir uns coronabedingt lange nicht treffen konnten, haben wir jetzt ein bisschen was nachzuholen. Und weil sowohl wir als auch unsere Nachbarn gerne essen, verbinden wir das nicht nur mit Proseccotrinken, sondern mit Bekochtwerden, Bekochen oder Essengehen.

Ungarische Pfannkuchen mit Hackfleischfüllung

Jetzt schwärmte uns also die liebe Nachbarstochter eines Abends derart von einem ungarischen Gericht vor, so dass wir kurzerhand beschlossen, dass sie uns am folgenden Wochenende dann bitte auch damit bekochen muss: Hortobágy húsos palacsinta, mit Hackfleisch gefüllte ungarische Pfannkuchen, die mit Soße überbacken und saurer Sahne serviert werden.

Eines Freitags, direkt nach der Schule, war also Brutzeln angesagt, und wir schlackerten ganz schön mit den Ohren, wie schnell ein gerade mal sechzehnjähriges Mädel gefühlt 283 Palacsinta hintereinander durch die Pfanne jagte, bis sie sich geradezu türmten. Und dann die Palacsinta mit dem Hackfleisch gefüllt zu vielen kleinen Päckchen faltete, die sich nebeneinander in die Aufflaufform schmiegten. Vollkommen klar, dass das ihre ungarischen Wurzeln sind, man merkt nämlich, wenn die Seele mitkocht. 🙂 Ihr Rezept für Palacsinta hat sie mir gegeben, so dass ich es hier veröffentlichen darf.

Ungarische Pfannkuchen mit Hackfleischfüllung

Hier kommt das Rezept für Ungarische Pfannkuchen mit Fleischfüllung (Hortobágy húsos palacsinta) für 6-8 Personen:

Zutaten für die Pfannkuchen/Palacsinta:
12 Eier
750 g Mehl
1,5 Liter Milch
3 EL Sonnenblumenöl
ca. 1 EL Salz

Zutaten für die Füllung:
2 EL Öl
1 kg Schweine-(oder Kalbs)hackfleisch
3-4 EL Paprikapulver
Salz und frisch gemahlener Pfeffer
2 große Fleischtomate
600 g saure Sahne für die Füllung der ungarischen Pfannkuchen
200 g saure Sahne zum Servieren
etwas Salz
1/2 Bund gehackte Petersilie

Zubereitung der ungarischen Pfannkuchen:
12 Eier in eine Schüssel schlagen, 750 Mehl dazugeben und unter Rühren nach und nach 1,5 Liter Milch dazugeben. Zum Schluss 3 EL Sonnenblumenöl und Salz unterrühren. Teig beiseite stellen und unter einem Küchentuch etwa 30 Minuten ruhen lassen.

Öl für die Füllung in einer Pfanne erhitzen und Hackfleisch anbraten, bis es eine braune Färbung annimmt. In einen großen Topf auf mittlerer Hitze schütten, einen Schuss Wasser zufügen und mit reichlich Paprikapulver, Salz und nach Geschmack Pfeffer würzen. Fleischtomate schälen bzw. kurz mit heißem Wasser überbrühen und häuten, in Stücke schneiden und zu dem Fleisch geben. Etwas zerdrücken, damit der Saft besser austritt. 600 g saure Sahne zufügen. Auf Stufe eins leise vorsich hinköcheln lassen.

Währenddessen eine Pfanne auf mittlere Stufe aufheizen. Etwas Öl auf eine Stück Küchenrolle geben und mit diesem die Pfanne ausstreichen. Eine kleine Schöpfkelle Teig in die Pfanne geben, Pfanne dabei etwas hin und herdrehen, damit der Teig sich gleichmäßig verteilt. Wenden, sobald sich Bläschen bilden. Nach und nach dünne Palacsinta ausbacken, bis der Teig aufgebraucht ist.

Nun Hackfleischmasse mit einem Sieb von der Soße trennen. Nun auf jeden ungarischen Pfannkuchen etwas Fleisch und einen kleinen Klacks Soße geben. (Hier nicht zuviel, denn es wird noch Soße zum Überbacken benötigt!) Die gegenüberliegenden Seiten jeweils nach innen klappen, so dass es am Schluss aussieht wie ein kleines Viereck. Jetzt werden alle Palacsinta in einer großen Auflaufform geschichtet. Mit der restlichen Soße übergießen und bei etwa 180 Grad für 10 Minuten im Backofen überbacken.

Herausnehmen und nach Gusto etwas saure Sahne mit einer Prise Salz darübergeben und mit gehackter Petersilie bestreuen.

Bezüglich der Menge kann man ein bisschen jonglieren. Manche mögen die Pfannkuchen lieber dicker mit mehr Füllung, andere dünner mit entsprechend weniger Füllung. Je nach dem variiert natürlich auch die Menge an Palacsinta, die ihr aus dem Rezept herausbekommt.

Und sie hatte nicht zuviel versprochen, die ungarischen Pfannkuchen sind wirklich superlecker und schmecken – sollte im unwahrscheinlichen Fall mal etwas davon übrigbleiben – auch aufgewärmt am nächsten Tag noch sehr gut. Danke für das schöne Bekochtwerden!

Ungarische Pfannkuchen mit Hackfleischfüllung

Noch ein kleiner Funfact an Rande: Dass die ungarischen Palacsinta ähnlich klingen wie österreichische Palatschinken, habe ich Schlaubi ja durchaus bemerkt. Ich habe mich allerdings jahrelang gefragt, wieso man Pfannkuchen in Österreich als Schinken bezeichnet und auf was denn das Palat im Palat-Schinken hinweist. Natürlich bin ich froh, dass ich nun endlich weiß, dass der Palatschinken in Wirklichkeit eine Palatschinke ist und mit Schinken so gar nichts zu tun hat. In Grund und Boden bin ich ob der Scham darüber aber doch ein bisschen versunken. Als Sprachwissenschaftlerin quasi bis zum Erdkern. 😉

Woher stammt der Begriff „Palatschinken“?
Zur Aufklärung, woher die österreichische Bezeichnung Palatschinken für Pfannkuchen also stammt, wird es zunächst ein bisschen organisch: Wir befinden uns nämlich in der Gebärmutter. Mutterkuchen ist nun nicht gerade das, was ich mit Essen verbinde, tatsächlich haben aber sowohl der Begriff Plazenta als auch Palatschinken und Palacsinta denselben etymologischen Ursprung: Und zwar das lateinische Wort „placenta“, das schlichtweg Kuchen bedeutet. Über die aus dem Lateinischen abgeleiteten Versionen, das rumänische Wort „plăcintă“ für Kuchen und eben das ungarische „palacsinta“, kam das nahe Österreich zu seiner „Palatschinke“ als Bezeichnung für Eierkuchen bzw. Pfannkuchen. Nachdem ich mich nun also gedanklich von meinem Palat-Schinken verabschiedet habe, muss ich mir nur noch die richtige Betonung antrainieren: Pala-TSCHINKen!

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