Rezepte

Wirsing-Pastete: Kalt und warm ein Genuss

What goes around, comes around, sagt man ja so schön. Und ich bin mir auch ganz sicher, dass da eine Menge dran ist. Am eigenen Leibe erfahren habe ich das letzten Freitag, als ich mich am Telefon gemeinsam mit einer lieben Freundin über deren kränklichen Freund und das Leiden der Spezies „Erkältete Männer“ im Allgemeinen lustig machte. Wir lachten über die gleich mehrere Zentimeter vorgeschobene Unterlippe, über die sonst so starken Arme, die zitternd nach der Cola (!) auf dem Sofatisch greifen, über „ich kann nur Fußball schauen, alles andere verstärkt die Kopfschmerzen“, über das Krächzen nach überdimensionalen Burgern statt nach Hühnersuppe und über die wundersame Heilung binnen Sekunden, wenn die Kumpels anrufen und gemeinsam mit dem Darniederliegenden um die Häuser ziehen wollen. Und wirklich, absolut aus dem Nichts heraus, fing dann am Nachmittag das Kratzen in meinem Hals an. Am Abend lag ich bereits mit Fieber und Schüttelfrost in der Kiste und habe glaube ich im Delirium all die verschnupften Männer mit dem Finger auf mich zeigen und sich einen Ast lachen sehen.

An diesem Wochenende war ich trotz dieser fiesen Retourkutsche dennoch froh über zwei Dinge: Erstens über meine Abwehrkräfte, die doch zu funktionieren scheinen, denn ab Samstag ging es schon wieder bergauf und bis auf etwas Mattheit ist alles wieder gut. Zweitens habe ich mich über die Idee für diese kleine Wirsing-Pastete gefreut, die so schön winterlich-deftig war, dass man auch mit zeitweise einbetonierten Geschmacksnerven eine Ahnung davon hatte, wie es schmeckt. Und ja, es ist schon wieder Wirsing … 😉

Hier kommt das Rezept für Wirsingpastete für eine rechteckige Tarteform

Zutaten:
1 kleiner Kopf Wirsing
1 EL Öl
1 Zwiebel, fein gewürfelt
80 g Speck, fein gewürfelt
3 EL Sahne
Salz, Pfeffer
1 Packung Blätterteig, rechteckig
1 TL Öl
1 Ei
1/2 Kugel Mozzarella, in feine Scheiben geschnitten
etwas Milch

Zubereitung:
Vom Wirsing den Strunk entfernen, die Blätter waschen, gut abtropfen lassen und in Streifen schneiden. Öl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebelwürfel darin unter Rühren andünsten. Speck dazugeben und ein paar Minuten mitbraten. Wirsing hinzufügen und dünsten, bis er zusammenfällt. Dabei öfter umrühren. Zum Schluss die Sahne unterrühren, kräftig mit Salz und Pfeffer würzen, und die Masse zum Auskühlen beiseite stellen. Backofen auf 200 Grad vorheizen. Den Blätterteig rechteckig ausrollen und längs zerteilen. Backform mit 1 TL Öl einpinseln. Mit der einen Hälfte des Teigs die Form auslegen, aus der anderen Hälfte je nach Geschmack Motive ausstechen, dabei darauf achten, dass die Platzierung passt. Die ausgestochenen Motive neben die Motivlöcher (gibt es eigentlich ein schöneres Wort dafür?) setzen und vorsichtig andrücken. Ei trennen, das Eiweiß unter die Wirsingmasse rühren, das Eigelb in einem kleinen Schälchen mit etwas Milch verquirlen. Die Wirsingmasse in die Form geben und glatt streichen. Mozzarellascheiben so auf die Masse legen, dass sie später genau unter den Löchern der ausgestochenen Motive liegen. Die verbleibende Hälfte Blätterteig vorsichtig auf die Wirsingmasse legen und an den Rändern etwas festdrücken. Überstehende Teigreste entfernen, diese kann man, so wie ich es gemacht habe, noch für die Verzierung des Randes nutzen, indem man sie zu langen Strängen rollt und am Rand entlang auslegt. Die gesamte  Pastete mit Eigelb bestreichen und im vorgeheizten Backofen ca. 35 Minuten backen, bis die Oberfläche schön goldgelb ist. Zum Servieren die Wirsingpastete in ca. 5 cm breite Stücke schneiden.

Wirsingpastete: Schmeckt warm und kalt

Die Wirsingpastete schmeckt auch kalt sehr gut. Wenn ihr keine rechteckige Form habt, könnt ihr natürlich auch eine runde Form nehmen, dafür braucht ihr etwas mehr Blätterteig. Was ich mir auch gut vorstellen kann, sind viele kleine Mini-Wirsingpasteten für ein winterliches Buffet. Hierfür würde ich, quasi wie bei Ravioli, auf eine Hälfte des Teigs kleine Häufchen von der Wirsingmasse im Abstand von ca. 3 cm setzen, die Zwischenräume mit Eigelb bepinseln, die andere Hälfte obendrauf legen und gut andrücken, dann in Form schneiden und mit Eigelb bepinselt backen. Guten Wochenstart euch, und bleibt mir gesund! 

11 Comments

  • grain de sel

    Pastete, Wirsing – alles beide herrlich, auch in Kombi 😉

    Ja, gute Besserung, liebe Christina, und laß dich ja gut pflegen von deinem *nur in seltenen Momenten schwachen und sonst so starkem*-Liebsten!

    Hey, außerdem wird Erkältung unterschätzt. Da kann man sich wirklich mies fühlen!

  • Nadja

    Das mit den kranken Männern kenn ich, ich bin aber um keinen Deut besser. Wirklich nicht. Krank war ich auch letzte Woche und viel zu kaputt, um irgendetwas zu machen. Oder zumindest hab ich es mir eingebildet 😉

    Hübsch sieht das aus, und Wirsing verkoch ich so gut wie nie. Danke für die Anregung! 🙂

    Liebe Grüße
    Nadja

  • Christina

    @wieczorama: Börek gab´s bei mir neulich erst. 😉 Sieht sehr ähnlich aus, schmeckt aber doch anders.

    @Rosa: Was so ein paar Sternchen ausmachen, gell! 😉

    @Alex: Stimmt, die ist etwas dünn. Allerdings mache ich z.B. auch Quiches immer ein bisschen dünner als üblich, weil mit der Belag sonst schnell zu üppig wird.

    @Heike: Recht, *röchel* hast Du!!!

    @Chris: :-))

    @Micha: Dankeschön! Ja, Erkältungen können mies sein – aber auch manchmal ein bisschen schön, so mit Sofa und Lieblingsfilm … Nur Nachts ist es immer so doof, wenn man nicht richtig Luft bekommt.

    @Nadja: He, wir sind Frauen, wir dürfen auch mal ein bisschen leiden und uns verwöhnen lassen! 😉

    @lamiacucina: Eigentlich auch nicht schlecht, oder? 😉

    @Britta: Dann sind wir schon zwei! Ja, für einen Brunch eignet sich das sicher super, dafür würde ich dann wahrscheinlich gleich Mini-Pastetchen machen, auch wenn das noch etwas aufwändiger ist.

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