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Baustellenupdate: Elektroinstallation

*Dieser Beitrag enthält Werbung, u. a. von Herzen für unseren Elektriker, der auch im wirrsten Kabelsalat den Durchblick behält.

Ich hänge nach! Der Hausbau läuft und läuft und läuft und es ist allerhöchste Zeit, mal wieder ein Baustellenupdate zu verfassen. Ein bisschen ist das hier ja jetzt auch zu meinem Baublog geworden. 😉 Heute geht´s also direkt mit einem der wichtigsten Themen weiter, denn ohne Elektrik läuft eben irgendwann doch nichts mehr, im wahrsten Sinne des Wortes.

Kabelsalat: Warum die Elektroinstallation ein Gewerk ist, das gut geplant sein will

Als ich erstmal anfing, mir über Steckdosen und Lampenanschlüsse Gedanken zu machen … nein, halt. Eigentlich habe ich gar nicht darüber nachgedacht, bis mir mein Mann einen 35 Seiten dicken Plan für unsere zukünftige Elektroinstallation vor die Nase klatschte, an der er fast zwei Wochen immer wieder gefeilt hatte. Ich, die eigentlich zufrieden bin, wenn eine Deckenlampe von der Mitte des Raumes herunterbaumelt und wenn ich es schaffe, dem Raclettegerät mithilfe von zwei Verlängerungskabeln Strom zu verschaffen, so dass es tatsächlich auf dem Esstisch steht und man nicht mit dem Pfännchen immer zur Kücheninsel rennen muss, sah mich plötzlich vor ganz neue Herausforderungen gestellt.

Denn tatsächlich geht es nicht nur darum, die Steckdosen und Lampenanschlüsse (auch Spots und vielleicht Wandlichter) festzulegen, sondern auch die Plätze für die Licht- und Rolläden-(oder Jalousien-)schalter, außerdem für die Außenbeleuchtung und Außensteckdosen, Alarmsystem und Bewegungsmelder, die Gartenbeleuchtung und die Sprechanlagen. Ach, und wo die Netzwerkanschlüsse sein sollen und der Router mal steht, darüber sollte man sich natürlich auch im Klaren sein. Und wenn sich die Raumplanung irgendwann mal ändert, macht es vielleicht sogar Sinn, auch schon Leerrohre oder Leerdosen vom Elektriker verlegen zu lassen. Puh. Dann kann einem schonmal der Kopf rauchen. Ach, was sag ich, ich habe zeitweise vergessen, dass ich überhaupt einen habe.

Lustigerweise jedoch, je mehr ich mich mit den Möglichkeiten der Elektroinstallation befasse, umso mehr kann ich mich dafür begeistern. Kurz: Jetzt, wo ich schon mal neu baue, möchte ich also auch auf ein paar Annehmlichkeiten zeitgemäßer Elektrotechnik nicht verzichten, die zwar nicht lebensnotwendig sind, aber doch irgendwie schön. Zum Beispiel, dass nachts, wenn man man mal schlaftrunken ins Kinderzimmer/an den Kühlschrank/zur Toilette schlurft, ganz automatisch ein kleines Nachtlichtchen im Flur oder auf der Treppe angeht. Gerade hell genug, dass man noch irgendwie so halb weiterschläft, nicht irgendwo dagegen läuft oder sich nicht ein Playmobilmännchen schmerzhaft ins Fußbett gräbt. Und dass man (vor allem weil man eben kein Licht anmachen will) nicht immer das Handy als Taschenlampe nutzt, das einem am Ende gar vor lauter Müdigkeit in die Toilette fällt. Don´t ask.

Und: Ich wollte gerne elektronisch bedienbare Fensterläden und Jalousien. Vor allem bei unseren großen Terrassenfenstern bin ich froh, dass ich da morgens nichts veranstalten muss, dass irgendwie ans Tauziehen bei den Highland Games erinnert.

Neubau: Smart Home integrieren oder nicht?

Smart Home an sich hat mich nie interessiert. Und ich meine wirklich nie. Ich sage nur: Altbaukind. Da war das smarteste am Home, dass der Toilettenlichtschalter von außen leuchtete, wenn besetzt war. Weil mein Mann aber nach seiner fünfunddreißigseitigen Elektroplanung befand, dass er lieber nur einen MDT-Glastaster an der Wohnzimmerwand hätte als ungefähr dreiundzwanzig Schalter, haben wir uns darauf geeinigt, im Erdgeschoss Smart Home-Elemente zu integrieren. Oben in den Schlafräumen nicht. Was die verschiedenen Bussysteme für ein Smart Home betrifft, so könnte man dazu wahrscheinlich einen eigenen Blog aus der Erde stampfen. In aller Kürze: Für uns kamen nur free@home von Busch Jäger oder KNX in Frage.

Weil KNX aber ein offenes System verschiedener Hersteller mit Ausbaumöglichkeiten ist, haben wir uns letztendlich dafür entschieden. Man weiß ja nicht, was die Zukunft bringt. Vielleicht kann ich damit irgendwann mal einen Küchen-Greifarm programmieren, der mit dann zu einer bestimmten Zeit Canapés in den Mund schiebt und Crémant serviert. Oder einstellen, dass automatisch das Lied aus der Duschszene von Psycho aus den Boxen tönt, wenn mal wieder jemand den Appenzeller nicht richtig eingepackt hat und dann die Kühlschranktür geöffnet wird.

Außerdem war es uns wichtig, dass das Bussystem nicht über W-LAN läuft, sondern kabelgebunden ist. So ist es weniger störanfällig und ich gehöre grundsätzlich zu denjenigen, die das W-LAN auch öfter mal gerne gänzlich abschalten, zum Beispiel nachts. Weil wir Küche, Esszimmer und Wohnzimmer in einem großen Raum haben, käme wie oben erwähnt auch einiges an Schaltern zusammen, die dann allesamt an die Wand neben der Eingangstür gequetscht würden. Mindestens das hat dann auch mich überzeugt. Für diese Wand ist nämlich eigentlich was ganz anderes geplant. Damit am Ende auch alles so schön wird, wie wir uns das vorstellen, brauchten wir also einen guten Elektriker, der das Ding nach unseren Wünschen und mit seinem professionellen Know How mit uns durchzieht.

Die Frage der Fragen: Wie findet man einen guten Elektriker?

Wie wohl die meisten Bauherren, haben wir uns schon vorab mehrere Angebote für die Elektroinstallation eingeholt, teilweise von Partnerfirmen unserer Baufirma Hennig Haus, aber auch von Elektrikern, die wir uns selbst ergoogelt haben. Uns kam es neben einem fairen und realistischen Preisangebot vor allem darauf an, in wie weit die Elektrofirma auf unsere Wünsche eingeht. Und nicht zuletzt: Auf die Sympathie. Für mich muss auch immer das Bauchgefühl stimmen. Ich möchte nicht, dass jemand an der Entstehung meines Hauses beteiligt ist, mit dem ich mich nicht wohl fühle. Positive Vibrations und so. Glücklicherweise haben wir diesbezüglich mit allen angefragten Elektrofirmen nur gute Erfahrungen gemacht.

Aber: Durch einen Tipp aus der Verwandschaft, landeten wir dann in letzter Sekunde bei unserem Elektriker. Es lohnt sich also durchaus, auch mal ein bisschen im Bekannten- und Verwandtenkreis herumzufragen, mit derartigen Empfehlungen fährt man ja meistens gut. Und: Nicht immer findet man die Webseiten guter Elektriker sofort unter den gängigen Googlebegriffen. Jetzt sorgen unser Elektriker und sein Mitarbeiter nun schon seit vier Wochen dafür, dass es in unserer Bude später mal Licht wird, ich endlich mein Raclettegerät direkt am Tisch anschließen kann und die große Jalousie am Terrassenfenster nicht in ihre Einzelteile zerfliegt, wenn Sturm und Hagel gegen die Wetterseite des Hauses ballern. Dank KNX fährt sie nämlich ab einer bestimmten Windgeschwindigkeit ganz automatisch hoch. Sachen gibt´s, oder?

Unser Elektriker Christian Spielmann ist übrigens nicht nur unser Elektriker, sondern auch unser zukünftiger Nachbar. Er hat sich vor einiger Zeit selbstständig gemacht, nachdem er länger als Elektromeister in einem großen europaweit agierenden Produktionswerk gearbeitet hatte. Es hatte sich schnell herumgesprochen, dass er gute Arbeit macht und das bei absolut fairen Preisen. Also, wer einen guten Elektriker im Raum Miltenberg/Wertheim/Aschaffenburg sucht, dem kann ich Christian und sein Team wärmstens empfehlen! Ich bekomme dafür übrigens keine Kabel umsonst, aber erhoffe mir ein paar Gartentipps von seiner Schwiegermutter. Deren Garten liegt nämlich genau neben unserem und man munkelt, sie wisse ALLES über Pflanzen!

Was soll mann bei der Elektroplanung im Neubau beachten? Noch ein paar Tipps für Bauherren

Sicher ist die Meinung unter Bauherren recht einheitlich, wenn es darum geht, die Dos und Don´ts der Elektroplanung zu benennen. Vor allem weil die Elektrotechnik DAS Gewerk ist, bei dem man sich im Nachhinein am meisten ärgert, wenn man Dinge vergessen hat einzuplanen. Besonders dann, wenn es sich dabei (und das tut es oft!) um Kleinigkeiten wie eine zusätzliche Steckdose hier oder noch einen Spot da handelt, die mit ein paar zusätzlichen Handgriffen für den Elektriker erledigt wären. Nachdem unsere Elektroinstallation nun fast beendet ist, kann ich schon folgendes weitergeben, das ich wichtig finde:

  • Nutzungsänderung des Hauses bedenken: Ich habe oben bereits die Planung von Leerrohren oder Leerdosen erwähnt. Denkt dabei auch an Anschlüsse für TV und Internet. Falls Lebensumstände doch mal eine andere als die ursprünglich geplante Nutzung erfordern oder das Haus verkauft wird.
  • Ausreichend Steckdosen einplanen: Das gilt natürlich nicht nur in Bezug auf mein oben genanntes Raclettegerät. Eine zusätzliche Steckdose kostet nicht die Welt und wirklich ausnahmslos ALLE Bauherren, mit denen ich mich über ihren Hausbau unterhalten habe, haben Steckdosen thematisiert. Entweder weil sie so froh sind, dass endlich mal keine Kabel mehr quer durchs Zimmer laufen, weil genügend Steckdosen eingeplant sind. Oder weil sie nach dem Einzug immer wieder anfallsartige Schreikrämpfe bekommen, weil eben doch an prägnanten Stellen Steckdosen fehlen.
    Übrigens: Ursprünglich wollten wir in die Fensterlaibungen teilweise auch Steckdosen integrieren. Wir haben das mal als Tipp in einem anderen Baublog gelesen und ich war ganz begeistert, sah ich doch schon meinen großen Weihnachtsstern am Wohnzimmerfenster leuchten, ohne dass dessen Kabel sich noch drei Meter durch den Raum zur nächsten freien Steckdose windet. Aufgrund der Holzrahmenbauweise unseres Hauses war das aber nur erschwert möglich und deswegen haben wir es sein lassen, beziehungsweise jetzt einfach zusätzliche Steckdosen in Fensternähe eingebaut. Wer aber die Möglichkeit hat, Steckdosen in die Fensterlaibungen einbauen zu lassen, für den bieten sich damit sicher schöne Gestaltungsoptionen.
  • Elektroplanung in Skizzen festhalten: Ich sprach ja schon von der fünfunddreißigseitigen Elektroplanung, die für unser Haus zustande kam. Ganz so viel muss es natürlich nicht sein (im Übrigen bauen wir quasi auch zwei Häuser, dazu aber an anderer Stelle mehr) und vor allem: Diese Detailplanung könnt ihr sicher auch von eurem Elektriker erledigen lassen, wenn ihr nicht ganz so planungswütig und technikbegeistert seid wie mein Mann (also wenn ihr quasi so seid wie ich ;-)), aber trotzdem hier und da Elemente benötigt, die über die Standartinstallation hinausgehen. Aber ich rate euch dennoch, in euren Grundriss alle Steckdosen, Lampenanschlüsse und Netzwerkanschlüsse einzuzeichnen, die ihr benötigt. Denkt dabei auch an Licht und Strom für Balkon, Terrasse und gegebenenfalls Garten. Bei uns sah das im Wohn-Koch-Essbereich so aus:
  • Lichtplanung fürs Haus bedenken: Die Lichtplanung beziehungsweise damit verbundene Entscheidungen waren für mich teilweise sehr schwierig. Weil: Ich muss einen Raum immer erstmal eine Weile „fühlen“, bevor ich ihn einrichte und alle Dinge ihren Platz finden. Ein bisschen Tricksen ist zwar immer im Nachhinein möglich. Aber bedenkt, dass es wahrscheinlich ärgerlich ist, wenn man den Lampenanschluss für den Esstisch in einem Neubau so geplant hat, dass man später das Kabel an der Decke doch noch eineinhalb Meter weiter nach links ziehen muss. Ein kleiner Tipp, wie man Plätze von Möbeln schon vorab grob planen kann: Legt mit Pappe oder alten Handtüchern die Positionen eurer Möbel auf dem Boden im Rohbau aus. Das wirkt finde ich gleich ganz anders, als wenn man die Maße einfach aufmalt. Dann könnt ihr ungefähr einschätzen, ob die Abstände passen.
  • Eigenleistungen realistisch einschätzen: Elektroinstallation im Neubau (und sowieso grundsätzlich) ist definitv etwas, das in die Hände von Profis gehört. Fachmännische Hilfe ist hier unerlässlich, ich für meinen Teil hätte ansonsten Sorge, dass mir das liebevoll aufgebaute Heim irgendwann mit einem großen Knall um die Ohren fliegt. In Sachen Planung könnt ihr aber wie gesagt einiges selbst vorbereiten (und damit auch Kosten sparen). Außerdem haben wir kleine Elektroarbeiten selbst erledigt wie beispielsweise Steckdosen einzeichnen und die dazugehörigen Löcher bohren oder hier und da mal ein paar Kabel in Position ziehen.

Phew. Hab ich was vergessen? Wahrscheinlich. Aber, und das habe ich mittlerweile auch gelernt, das kommt bei Bauherren ja öfter mal vor. 😉

7 Comments

  • Rahel

    Wir haben uns auch für ein Smarthome entschieden, aber für Loxone. Letztendlich aber auch den selben Gründen: Wir wollten nicht überall so viele Schalter haben, die Loxone Schalter ersetzten sogar das Heizungsthermostat (müsste KNX aber auch können, nicht?). Nachts soll das Licht gedimmt sein und das kann man besser smart realisieren als mit einem zusätzlichen Lichtkreis. In den Fluren haben wir nicht mal mehr Schalter, da reagiert alles auf Bewegungsmelder. Zudem sollte es nicht Wlan gebunden sein, die Daten liegen auf dem eigenem Server im Haus, der abgesichert wird.
    Wir beide sind sehr technikaffin, wir hätten uns immer geärgert, die Chance verpasst zu haben.
    Euch weiterhin viel Erfolg bei Eurem Projekt!
    LG, Rahel

    • Christina

      Liebe Rahel, danke für die guten Wünsche! Ja, mit KNX lässt sich auch das Thermostat regeln. Bin mal gespannt, da kann man sich ja wirklich total austoben in Sachen Programmierung. Das mit den Bewegungsmeldern im Flur finde ich super, so werden wir das auch handhaben. Liebe Grüße

  • Joachim Hussing

    Vielen Dank für die Informationen über die Elektroinstallation. Mein Haus braucht neue Installationen, aber ich bin nicht gut darin, mit Elektrizität zu arbeiten. Ich werde einen Elektriker einstellen, der bei den Elektroinstallationen helfen kann.

  • Caden Dahl

    Mein Onkel hat mich letztens zum Thema elektriker etwas gefragt, aber ich wusste darüber nichts. Deswegen bin ich echt froh, dass ich diesen Beitrag gefunden habe. Nächstes Mal, wenn ich ihn sehe, kann ich ihm erzählen, was ich hier gelesen habe.

  • Jonas Schmidt

    Mit diesen Informationen zum Thema Technischer Kundendienst kann ich die richtige Entscheidung treffen. Es ist nicht immer einfach, eine Entscheidung zu treffen. Vor allem, wenn man nicht genau weiß, was die Möglichkeiten sind.

  • Hanna Adams

    Vielen Dank für das Baustellenupdate für Elektroinstallationen. Mein Bruder muss einen Elektriker holen, der sich um seine Elektroinstallation auf dem Neubau kümmert. Gut zu wissen, dass es elektronisch bedienbare Jalousien und Fensterläden gibt, die man an der Terrasse anbringen kann.

  • Fritz

    Ein wirklich sehr schöner Bericht zum Thema Elektroinstallation. Smart Home ist heutzutage auch schon fast ein Muss, wie ich finde. Klar gibt es auch Nachteile (Sicherheit) aber die Vorteile überwiegen dann doch sehr.

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