Rezepte

Guinness-Schokoladenkuchen und eine kleine Erkenntnis

„Ich kann mich noch sehr genau an meine erste selbstgemachte Sushi-Rolle erinnern. Geschmacklich gar nicht so verkehrt, visuell aber eine Zumutung! Der Grund? Sie hatte den Durchmesser eines Baseballschlägers.“

Das waren Anfang November 2009 die allerersten Zeilen, die ich auf New Kitch on the Blog veröffentlichte. Dass mein Blog so langsam fast schon ein bisschen oldiegoldie ist, hatte ich gar nicht auf dem Schirm, hätte mir meine Cousine nicht neulich geschrieben, dass sie gerade mein Zimt-Shortbread backt und gesehen hat, dass dessen Veröffentlichung schon ganz schön lange her ist. 10 Jahre, phew! PHEW! Jajaja, mit Unterbrechungen, ich weiß. Aber trotzdem.

Weil ja Jubiläen quasi immer mit Kuchen einhergehen, muss ich also nach dem letzten Beitrag direkt nochmal einen hinterherschieben. Den Guinness-Kuchen habe ich allerdings schon vor ein paar Wochen gebacken, für einen ganz anderen Anlass, er muss jetzt eben einspringen. Als das Guinness-Schokokuchen-Rezept der Hummingbird Bakery London vor Jahren schon im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde war und durch die Foodblogs geisterte, habe ich nämlich schlicht gepennt. Schade eigentlich, der Kuchen schmeckt wirklich toll und sieht schick aus. Das Guinness schmeckt man überhaupt nicht raus (dafür eine ganz fein malzige Note), da war ich sehr beruhigt, obwohl so richtig schön klischeemäßig fast alle Männer, denen ich davon erzählte, bei dem Gedanken an Kuchen mit Bier Herzchenaugen bekamen. Örks.

Guiness-Schoko-Kuchen

Vor dem Frosting hatte ich erst ein bisschen Bammel. Ein glatter, wie aus dem Ei gepellter und makelloser Überzug eines Kuchens oder auch einer Torte verlangt mir nämlich etwa soviel ab, wie wenn man Zweijährige dazu auffordert, eine 3×3 Meter große Tagesdecke auf dem Bett faltenfrei glattzustreichen (kann ich übrigens auch nicht, deswegen benutze ich keine Tagesdecken). Das Schöne ist aber, dass es gar nicht so sehr auffällt, wenn das Frosting aussieht wie die Apokalypse, denn es kommt ohnehin eine dicke Schicht Kakaopulver drüber und das Ganze wirkt dann irgendwie (Achtung, mein Lieblingswort wenn es darum geht unzureichende Fertigkeiten in Sachen Kuchendekoration zu kaschieren, hihi) „rustikal“. Wer also tatsächlich, was dieses Rezept betrifft, so ein Spätzünder ist wie ich, dem sei es wärmstens empfohlen. Ich habe im Rezept die Originalmengen der Hummingbird Bakery belassen, das Frosting ist aber schon sehr süß und kommt sicher mit weniger Puderzucker aus, ebenso der Teig mit weniger Zucker.

Guiness-Schoko-Kuchen

Rezept für Guinness-Schokoladenkuchen (8-12 Stücke, ich hatte eine Springform mit 28 cm Durchmesser):

Zutaten für den Teig:
250 ml Guinness
250 g Butter
80 g Kakaopulver
400 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
2 Eier
140 ml Buttermilch
280 g Mehl
2 TL Natron
½ TL Backpulver

Zutaten für das Frosting:
50 g weiche Butter
300 g Puderzucker
125 g Frischkäse (Doppelrahmstufe)
Kakaopulver zum Bestäuben (nach Wunsch)

Zubereitung:
Backofen auf 170 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Den Boden einer Springform mit Backpapier auslegen.
Guinness und Butter in einem kleinen Topf langsam erhitzen, bis die Butter geschmolzen ist. Beiseite stellen. Kakao, Zucker und Vanillezucker unter das warme Guiness rühren. Eier und Buttermilch miteinander verrühren und zur Guinness-Mischung gießen. Mehl, Natron und Backpulver in einer großen Schüssel mischen. Die Guinness-Mischung langsam unter die Mehlmischung rühren, bis sich alles gut miteinander verbunden hat und ein glatter Teig entstanden ist. Teigmasse in die Springform füllen. Den Kuchen auf der mittleren Schiene im Backofen etwa 45 Minuten backen. Wenn die Oberfläche des Kuchens bei sanftem Druck zurückfedert, ist er fertig (ihr könnt zusätzlich noch die Stäbchenprobe machen). Den Kuchen ein paar Minuten in der Form abkühlen lassen, dann aus der Form nehmen und auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen.

Für das Frosting Butter und Puderzucker mit dem Handrührer bei niedriger Geschwindigkeit zu einer pudrigen Masse verrühren. Frischkäse nach und nach unterrühren. Dann alles bei hoher Geschwindigkeit zu einer luftig-leichten Masse aufschlagen. Den Kuchen auf eine Platte setzen und mit dem Frosting überziehen. Nach Wunsch reichlich mit Kakaopulver bestäuben.

Der Kuchen kann super vorbereitet werden, er hält sich im Kühlschrank auch ein paar Tage. Allerdings wird das Kakaopulver dann auch ziemlich fest.

6 Comments

  • milchmädchen.

    Tagesdecken? Viel zu faul für! Ich finde mich schon gut, wenn ich morgens Kissen und Decke zurück in die Ausgangsposition bringe…
    Kuchen mit Bier? Aber bitte sehr gern! Dieser ist an mir ebenfalls völlig vorbeigegangen, ich gelobe hiermit aber baldige Besserung! Alles Gute zum Bloggeburtstag!
    Herzlich: Charlotte

    • Christina

      Danke Dir, liebe Charlotte! Ha, exakt so ist es bei mir. Meine Mutter hat mir mal gesagt, dass man das Bett nach dem Aufstehen besser nicht direkt machen, sondern aufgedeckt erstmal die „Restwärme“ entweichen lassen sollte. Den Begriff „nicht direkt“ biege ich mir seitdem mitunter hin, wie ich ihn brauche. 😀

  • Natalie Simons

    Herzlichen Glückwunsch, liebe Christina! Und, huch! Da sind wir doch beide im selben Alter, zumindest blogmäßig. Und auch ich habe meinen Bloggeburtstag mal ganz gepflegt unter den Tisch fallen lassen und gedenke ihn mit einer kleinen Torte nachzufeiern. Mal sehen, in letzter Zeit kommt immer so viel Leben dazwischen. Bis dahin freue ich mich an diesem tiefschwarzen Schokoladenkuchen, der so lecker aussieht, dass ich ihn sicher bald nachbacken werde.

    • Christina

      Liebe Nata, vielen Dank und gleichfalls beste Glückwünsche! 10 Jahre sind schon ne Weile, schätze was das Bloggen betrifft, gehören wir schon zu den Dinosauriern. 😉 Das Leben kommt bei mir auch immer dazwischen, 2016 sogar ein ganzes Jahr, öhem. Aber trotzdem, ich würde sagen: Auf die nächsten zehn, gell?

  • Micha

    Seit 10 Jahren (herzlichen Glückwunsch!!!) bleibst du deiner Schreibe treu (die Unterbrechung lassen wir außen vor) – und du machst mich Lächeln beim Rückblick und mit deinem aktuellen Text. Wie schön, hier wieder zu lesen! Und hey JA zu *rustikal* – für mich ein GROSSES Wort, sogar ne richtige Lebensüberschrift… allerdings habe ich noch*romantisch* dazugebastelt und dann kann man damit bei mir quasi ALLES damit beschreiben 🙂 ganz viele liebe Grüße…

    • Christina

      Dankeschön, liebe Micha! Dein Blog ist ja auch meine Lieblingsanlaufstelle für ECHTE Rustikalität und das damit einhergehende Lebensgefühl. Quasi wie ein romantisch-rustikaler Landurlaub in Frankreich. 🙂

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